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Miststück des Jahres 2016 – »Just a drink« mit David Bowie, Glenn Frey, Prince, Leonard Cohen und George Michael

Kolumne von Manfred Prescher

In Jena heißt ein Park »Paradies« und lädt, vorausgesetzt, die Gefühlslage stimmt, zum himmlischen Verweilen ein. Dafür sieht es dort, wo die vermeintlich letzte Reise endet, irgendwie gar nicht himmlisch aus. Die »Sky«-Bar, zu der mich Petrus zwecks Interviewtermin führt, wirkt nämlich plüschig, wie ein sündiges Boudoir aus dem Paris des 19. Jahrhunderts. »In so einer Lasterhöhle hat Keith Richards vor Jahr und Tag mal die Presse zur Vorführung einer Soloplatte eingeladen«, denke ich. »Kaum zu glauben, dass es im Himmel Lokale gibt, die an alte Bordelle erinnern. Vielleicht ist das alles nur ein seltsamer Traum?«

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Miststück der Monate November & Dezember – Pete Doherty »I Don't Love Anyone (But You're Not Just Anyone)«

Kolumne von Manfred Prescher

Meinem Mentalcoach geht es irgendwie wie dem Pete Doherty von den Babyshambles bzw. den Libertines: Er weiß nicht, wohin mit seinem Geld und er liebt Hamburg. Während aber Doherty in immer neue Drogendesigns investierte und ganz nebenbei in der Hansestadt ein paar Lieder zum »Fertigproduzieren« zurückließ, möchte mein Inspirator am liebsten in eine geräumige Wohneinheit in der Elbphilharmonie ziehen. Aber dafür reicht seine Reserve wirklich nicht, wie er sagt: »Die Preise sind so horrend, da kannst Du Dir als gewöhnlicher Millionär nicht mal die Türgriffe leisten«. Ich denke so bei mir, dass das ja der Grund für die miese Frisur des trumpen Donalds sein könnte. Vielleicht hat der sich so in das schmucke Gebäude in der HafenCity verliebt, dass er einfach seine Sparschwein-Massentierhaltung plünderte und dann reichte es am Ende nicht einmal mehr für den Friseurbesuch oder ein passgenaues, weder pissgelbes noch eichhörnchenorangenes Toupet. [Kolumne lesen]

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Keine Ahnung, aber davon viel

Kolumne von Magdi Aboul-Kheir

Jede Generation hat ihre Modewörter. Früher lauteten die »tofte« oder »knorke«, die Jugendwörter der letzten Jahre hießen: »Niveaulimbo«, »Swag«, »Yolo«, »Babo«, »Läuft bei dir«, »Smombie« und aktuell »fly sein« Naja, wenn die Langenscheidt-Jury fly ist, wird das schon stimmen, wobei »Fly« für mich ein Horrorfilm mit Jeff Goldblum ist. »Läuft bei mir« hat sich allerdings sogar bei uns Älteren durchgesetzt. Läuft ja bei uns auch. Vor allem, wenn wir nicht mit den Jüngeren kommunizieren müssen. Von wegen Yolo, Smombie. Die Jugendlichen haben in Wahrheit nur ein einziges Modewort. Welches? Keine Ahnung. [Kolumne lesen]

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Der perfekte Roman

Kolumne von Tobias Kaufmann

Ich werde einen Roman schreiben. Nicht irgendeinen Roman, sondern den großen Roman des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Nun werden Sie sich gleich zu Beginn fragen: Na und? Fang halt an und melde dich, wenn du fertig bist. Aber so einfach ist das nicht. [Kolumne lesen]

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Miststück des Monats Oktober – Rag'n'Bone Man: »Human«

Kolumne von Manfred Prescher

Also, da sagt doch tatsächlich einer meiner Gesichtsbuch-Freunde, dass dieser Rag'n'Bone Man weniger »Pop« und »Mainstream« sei, als zum Beispiel Nick Cave oder Regina Spector. Als mein Mentalcoach gerade die nächste Runde »Hirschgold« ordert, weil er ja schlecht mit seiner badischen Fass-Gerste ins Lokal marschieren kann, bin ich darüber echt entrüstet. Und als er, weil ihm ganz »Human« nix menschliches fremd sein kann, den Umweg über den örtlichen Regenraum wählt, bin ich schon im Auflösungszustand: Als er zurückkommt, und das Lied von Rag'n'Bone Man zum dritten Mal binnen Stundenfrist durch das Feierabendradioprogramm geistert, werde ich so langsam sauer: »Das Lied ist dermaßen volkstümlich, dass es zu Gott und allem, was auf seiner Welt fleucht, kompatibel ist. [Kolumne lesen]

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