Kennen Sie das? Sie fahren (beispielsweise) vollkommen arglos mit Ihren zwei bis drei Kindern im Auto durch die Gegend, absolut nichts ahnend und guter Dinge. Da kommt plötzlich, geradezu überfallartig, von hinten, die unerwartete Frage: »Mamaaaa??? Warum kann man Pupse nicht sehen?«
Die Antwort »Es reicht, dass man sie riechen kann«, schlucken Sie natürlich herunter.
Aber was antwortet Frau auf eine solche Frage?
Meine Freundinnen und Mitmütter stellen gerne Behauptungen auf wie: »Schön, dass meine Kinder mich durch ihre Fragen zum Nachdenken zwingen. Ich habe so viele tolle Sachen gelernt durch meine Kinder.«
Wirklich? Sind das die Fragen, auf die wir immer schon eine Antwort haben wollten, sie aber bis jetzt nicht zu stellen wagten?
Der Dialog spann sich in unserem Falle in etwa folgendermaßen fort:
»Pupse kann man nicht sehen, weil sie gasförmig sind.« – »Warum?« – »Weil sie nicht fest sind« – »Warum?« – »Weil sie sonst keine Pupse wären« – »Warum?« – »Weil Pupse gasförmig sind« – »Warum?« – »Weiß ich nicht« – »Warum?« – »Weil ich nicht alles weiß.« – »Warum?« -»Weil ich nicht der liebe Gott bin.« – »Warum?«
An dieser Stelle hilft es nur noch, auf den nächsten Parkplatz zu fahren, um durch Vortäuschen eines menschlichen Bedürfnisses von der eigenen Unwissenheit auf den elementarsten Gebieten ab zu lenken.