Kennen Sie das? Als Sie noch kinderlos waren (lang lang ist's her..) oder die Kindlein noch hilf- und tatenlos in der Wiege oder auf der Krabbeldecke herum lagen, haben Sie sich fest vorgenommen, niemals, aber auch ganz bestimmt nie – nie – niemals irgendetwas weg zu werfen, was Ihre entzückenden kreativen originellen Kindlein produziert haben.
Spätestens wenn Ihnen Ihr zweijähriger Sohn ein zu Konfetti atomisiertes A-4-Blatt verehrt, kommen Ihnen die ersten Zweifel.
Nach und nach mehren sich dann Geschenke aller Art: klitzeklein gefaltete Notizklotz-Zettel (»Mama, ein Brief für dich«), abenteuerlich gestaltete Kunstwerke aus Knetmasse (»Mama ich hab Dir ein Brot gebacken«), sowie unzählige im Kindergarten gefertigte Gemälde aller Techniken.
Voller Stolz erwägen Sie, eins davon weiter zu schenken, und es entspinnt sich folgender Dialog: »Du, Lukas, das ist so toll, das solltest du der Omi schenken« – »Nein Mami, das habe ich extra für dich gemalt. Für die Omi male ich ein neues.«
Dumm gelaufen. Also ab damit in die eigens angeschaffte Mappe für Kinderkunstwerke. (Leider etwas zu flach für Knetgummibrote).
Hübsche Geschenke, beispielsweise als Dekoration für die Terrasse, falls man eine hat, sind handbemalte Findlinge.
Gerne genommen werden auch frisch gepflückte Blumensträußchen aus Gänseblümchen und Löwenzahn – natürlich ohne Stängel, denn die sind ja nur grün und langweilig. Mit Stängel hingegen sind die Äste, die man kurz nach dem Herbststurm im Vorgarten findet. »Hier Mami, das stellen wir in eine Blumenvase, dann kriegt das wieder Wurzeln und dann pflanzen wir das wieder ein«.
Dein Kind, der Umweltfreund.
Nur der irrationalen Angst meines ältesten Sohnes vor allem, was sich bewegt und mehr als zwei Beine hat, ist es zu verdanken, dass er mir nicht auch noch lebendes und totes Getier aller Art verehrt.
Aber auch dafür würden wir einen passenden Sammelbehälter finden.