Angenommen, Josef Ackermann wäre ein Model für Bikinis. Im Hintergrund rauscht das Meer, Palmen wiegen sich im Wind und in der Ferne verschwindet blutrot die Sonne im Atlantik. Josef Ackermann schenkt dem Fotomann sein schönstes Lächeln und hebt das Victory-Zeichen kokett in die Luft.
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Josef Ackermann im schwarzen Frack, die Krawatte sitzt, die Schuhe glänzen. Im Hintergrund die Richterin, zwei Staatsanwälte und eine Horde von Anwälten. Es geht um ein paar 100'000'000 Euros. Keine Frage, auch hier könnte man nun das Clearasil-Lächeln aufsetzen und das V-Zeichen in die Kameras strecken. Nur tut das keiner, außer halt Josef Ackermann.
Und, scheiße, der Typ ist auch noch Schweizer. Neben DJ Bobo und Roger Federer der drittbekannteste Helvetier. Verdient im Jahr etwa das Bruttosozialprodukt von Ghana und trägt wahrscheinlich Unterhosen mit dem Monogramm »J.A.«. Ich bin natürlich nicht eifersüchtig. Ich hab noch etwa 20 Jahre Zeit, um ebenfalls Deutsche-Bank-Chef zu werden. Natürlich nur, wenn man dann noch einen Schweizer auf diesem hohen Posten haben möchte. Eher scheint es aber, dass uns die Welt wieder einmal als raffgierig und egoistisch betrachtet. Dies ist historisch belegt: Schon in »Asterix bei den Helvetiern« werden wir Schweizer als Banker und Käsefresser dargestellt. Und versuchten auch Roger Federer, Martina Hingis und DJ Bobo die Welt zu überzeugen, dass wir sehr wohl über andere Qualitäten verfügen; es blieb beim Versuch. Was nützt das alles, wenn wieder so ein Josef Ackermann in die Kameras grinst?
Zum Glück gibt es noch »Präsenz Schweiz«, ein staatliches PR-Unternehmen, welches »die Farbigkeit der Schweiz in die Welt hinausträgt«. Meistens geht es dabei um gratis Fondue-Essen in Japan und Jodler-Einladungen in China. Im Falle von Josef Ackermann würden aber auch 1000 Jodler vor der Filiale der Deutschen Bank in Frankfurt nichts bringen. Dabei wäre es so einfach: Wir haben in der Schweiz 42 Josef Ackermanns. Die wenigsten sind Banker. Viele sind Briefträger, Metzger, Maschinisten oder Posthalter. Besonders erfolgreich sind die Josef Ackermanns in der Landwirtschaft: nicht weniger als 11 sind Bauern! Sie kommen auch nicht alle aus der Banken- und Gnomenstadt Zürich. Bronschhofen, Brütisellen, Gais und Glarus werden von friedlichen Josef Ackermanns besiedelt.
Diese »anderen« 41 Josef Ackermanns nun auf Welttournee schicken! Zeigen, dass wir Schweizer auch anders können. Nach China, Japan, Russland und Amerika mit ihnen!
Wie wär das schön!