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15.11.06

Guido Grigat

Knöllchennasenmännchen

Das Radio teilt mir gestern früh mit, die Polizei habe in diesem Jahr zu wenig Knöllchen geschrieben fürs Falschparken. Der Stadt fehlen Hunderttausend, oder waren es gar zwei Millionen, Euro im Vergleich zum Vorjahr, wenn ich recht erinnere. Die Gewerkschaft der Polizei klage aber über Überstunden und einen Missbrauch der Beamten.

Äh, natürlich tut sie das.

Braucht es heutzutage wirklich schon Polizisten zum Knöllchenschreiben?
Ich begreife es nicht. Warum nutzt die Stadt Hamburg das Potential zum Geldmachen an solchen Stellen nicht konsequent aus?
Warum belangt die Stadt nicht einfach jeden Falschparker wo nur möglich?
Fairerweise natürlich erst, nachdem großräumig unterirdischer, kostenloser, überwachter Parkraum zur Verfügung gestellt wurde, und zwar an Orten, an denen er dringend gebraucht wird: also in den völlig überladenen, weil angesagten Wohnvierteln! Da wäre noch ein riesiger Batzen Lebensqualität zu schaffen!
Realistischerweise darf die Jagd auf Falschparker aber natürlich auch schon vorauseilend verschärft werden, sofort und immer. Ich habe nichts dagegen, was zugegebenermaßen daran legen mag, dass in einer seltenschönen, aber dafür Parkraum bietenden Gegend wohne. Aber die Karre steht ja schließlich auch nicht immer da.

Also wieso werden in Hamburg nicht augenblicklich einige dutzend – oder wohl eher einige hundert – gutbezahlte Jobs geschaffen und Knöllchenjäger auf die falschparkende Bevölkerung losgelassen? Und ich rede nicht von 1-Euro-Jobs, denn Knöllchenschreiben sollte nun wirklich genug abwerfen, um den Politessen und Politessinnen einen, sagen wir, Gefahrenaufschlag zukommen lassen zu können.

Mehr Jobs, mehr Geld in der Kasse, langfristig Verwendung der Überschüsse für zumindest weniger stehendes Blech in den Straßen. Das Ganze kann sicherlich einige Jahre lang gut funktionieren.

Wenn die Knöllchenautoren dabei bestenfalls und notwendigerweise noch ein bisschen versuchen, Augenmaß zu wahren und vielleicht eben nicht gerade in hoffnungslos zugeparkten Wohnstraßen aufzuschreiben, dafür aber umso mehr jene Zeitgenossen, die glauben, Bürgersteige und Radwege seien ideale Parkplätze ... hach, warum passiert nichts?

Seit einigen Jahren wird in Hamburg nach meinem Empfinden übrigens auch kaum noch geblitzt – es sieht wirklich so aus, als ginge es der Stadt zu gut. Ist das eigentlich noch ein Relikt aus üblen Schill-Zeiten?

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Guido Grigat

Guido Grigat erblickte 1969 in Toronto als Patrick Del Manary das Licht einer Welt, die darüber nicht so aufgeregt war wie über die soeben geglückte Mondlandung Armstrongs.

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