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05.06.08

Raymund Krauleidis

Bauernstreik bringt EM in Gefahr

Der Streik deutscher Bauern zieht immer größere Kreise. Nach tumultartigen Szenen in unzähligen Supermärkten ist jetzt auch noch der reibungslose Ablauf der EM in Gefahr. Wir haben die schockierenden Fakten für Sie zusammengetragen. Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft wird in deutschen Supermärkten das Bier knapp. Der Grund: Hunderte Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet blockieren seit Montag flächendeckend die großen Brauereien des Landes und legen somit deren komplette Produktion lahm. Sie wollen mehr Geld für Hopfen und Malz.

»Wir bleiben solange, bis endlich ein akzeptabler Preis vereinbart wurde«, drohten die verärgerten Bauern den Brauereien. Sie wissen: jeder Tag ohne Nachschub bedeutet für die Brauereien einen Millionenschaden, da die Rohstoffe für die Biererzeugung mittlerweile gänzlich aufgebraucht sind.

Die Landwirte fordern, dass sie stärker an den durch die unmittelbar bevorstehende EM und das schwülheiße Wetter angestiegenen Bierumsätzen beteiligt werden. Der Verband Deutscher Bierbrauer (VDB) zeigt sich bislang allerdings noch uneinsichtig und trotz der prekären Situation wenig kompromissbereit.

Die Lage im Land spitzt sich durch die so genannte Bierkrise immer weiter zu. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die beiden Parteien in einer Fernsehansprache zur Vernunft aufrief, kassierte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hinsichtlich seiner Bitte, die Europameisterschaft aufgrund der aktuellen Geschehnisse ein klein wenig nach hinten zu verschieben von der UEFA eine klare Absage.

Auch die Konsumenten reagieren mittlerweile äußerst verunsichert und gereizt. Nach Bekanntwerden der jüngsten Entwicklungen kam es bundesweit zu ersten Hamsterkäufen und Plünderungen. Aus Gelsenkirchen, Dortmund und München wurden sogar Verletzte gemeldet. »Vor den Bierregalen ging es teilweise zu, als ob die Schweiz gegen die Türkei spielen würde«, berichtete ein noch sichtlich unter Schock stehender Augenzeuge aus der bayerischen Hauptstadt.

Dennoch wurde das Angebot einer niederländischen Brauerei, Deutschland mit einer Großlieferung aus der Klemme zu helfen, vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) dankend abgelehnt. »Wir möchten unsere Kunden nicht noch mehr vergraulen«, begründete der HDE diese drastische Entscheidung.

Scheinbar ganz im Sinne der Konsumenten. In einer Blitzumfrage sprach sich das Gros der Fußballfans ebenfalls gegen die Offerte aus dem ungeliebten Nachbarland aus. Ein mit deutschem Nationaltrikot bekleideter Kunde in einem Stuttgarter Supermarkt stellvertretend für seine Artgenossen:
»Da trink ich doch lieber Milch ...«



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Raymunds Nachname Krauleidis birgt schon das erste Missverständnis in sich: Er ist nämlich nicht – wie viele vermuten – griechischen Ursprungs, sondern kommt aus Litauen und bedeutet [..]

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