Ich fürchte den Tag.
Licht flutet hinter deine Augen und vertreibt
verschwommene Fetzen, die
da noch hingen von vergangner Nacht.
Es greift in die hintersten Winkel der Kammer
zerrt zarte Geschichten hervor
die hineingekrochen sind letzte Nacht
und noch immer drin kauern.
Licht packt
Wahrheiten von gestern
und zerreißt sie in der Luft.
Licht ohrfeigt dich wach
und presst dein Gesicht in scharfe Konturen
in denen du tagein, tagaus verharren musst.
Es ist voll List:
Irgendwann kannst du dich nicht mehr rühren
weil es dich in einer Pose gesehen
und darin festgenagelt hat.
Doch die Nacht!
Leicht, leicht, und leise
sticht mich das andere Wesen
Vielzüngig raunt es, dort, da
Töne blitzen dazwischen
Es nimmt mein Gesicht ab
und legt es beiseite
Es springt aus meinen Augen
und wiegt sich vor mir in tausend
Versprechen
es fährt in meine Beine
und galoppiert mit mir durch
Leicht, leicht, und leise
hat es alles zu Schatten gemacht
Ich laufe durch Straßen und
ungezählte Kreaturen tanzen
unter meinem Gewand
Aus tausend Augen, in tausend Stimmen
flüstern sie zu mir:
Heut nacht nur, nur auf heut nacht
kommt es an,
egal was morgen
Eine Bar taucht vorüber, und
alle in mir rufen: Geh rein,
"Haut!", rufen sie,
und ich sauge auf was ich kriegen kann
nehme mir Haut
so gefährlich! so sehr Leben!
Und die Nacht nimmt das Gewicht
auch von mir, Wesen ohne Konturen