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13.10.09

Joachim Schott

Rothosenfan No.1

Moin moin.

Mein Gänsehautmoment dauert eigentlich bis heute an, immer wenn ich daran zurückdenke, werde ich daran erinnert, warum ich Rothosenfan bin: Es war in den frühen 60igern (das genaue Datum können Sie, Herr Matz sicher leicht herausfinden), als ich als kleiner Butje ohne Karte zu Fuß (natürlich!) von Eidelstedt zum Volksparkstadion ging. Dort stellte ich mich dann an einen der Eingangstore der Obertribüne (hallo? das waren damals die unerreicht teuren und vermeintlich besten Plätze im ganzen Stadion!) auf, einfach nur, um die Menschenmassen hineinströmen zu sehen, die sich das Freundschaftsspiel gegen den FC. Santos mit dem damals Mega-Star Pelé anzusehen gedachten. Nach nur wenigen Minuten packte mich ein vornehmer Herr mit Hut am Schlaffittchen und zog mich, dem Ordner seine Karte präsentierend durch das Gittertor. Der Ordner wollte wohl gerade etwas sagen, der feine Herr kam ihm jedoch zuvor: »De Jung is mien Soehn, hassu'n Problem domit?« Hatte der verdutzte Kontrolleur nicht. Und ich war auf der Obertribüne! Der freundliche Herr ließ dann von meinem Kragen ab und sagte, ich solle man besser zur Untertribüne 'runtergehen, dann werde ich auch nicht mehr erwischt. Machte ich dann auch. Ich bin dann auf die ganz rechte Seite gegangen.

Damals kamen die Spieler noch genau von dieser Stelle aus den Kabinen. Und damals war dieser Niedergang auch noch nicht durch Drähte oder Plastik von den Zuschauern getrennt. Dort fand ich mich, ohne es zu wollen wieder. Dann kamen die Spieler. Einer davon war ein über das gesamte Gesicht lachender HSV-er namens Uwe Seeler. Er kam direkt an mir vorbei und strich mir plötzlich mit seiner linken Hand über meinen Kopf und fragte: »Na mien Lütten, wo iss denn dien Vadder?«

Soweit ich mich erinnere, ging das Spiel 3:3 aus.

Aber meine Erinnerung an das Ergebnis wurde immer getrübt durch meine Erinnerung an Uwes Worte.

Seitdem bin ich Rothosenfan.

Oft habe ich diesen Moment, so schön er auch war. verflucht.

Vor allem so zwischen 1986 und 1998, als es mitunter körperlich schmerzvoll war, Rothosenfan zu sein. Aber auch noch zum Ende der vergangenen Saison, insbesondere als die ominöse Papierkugel die Ergebnisse einer gesamten Saison ins Gegenteil verkehrte. Aber so geht es wohl uns allen. Wir sind Anhänger dieses Vereins, seiner ersten Mannschaft und können das auch nicht ändern. Und das ist auch gut so.

Freundliche Grüße

Rothosenfan No.1

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