
Tom S. Schumer steht zu seiner Verwandtschaft mit diversen amerikanischen Persönlichkeiten, obgleich er davon überhaupt nichts hat. Er lebt seit einigen Zeiten in Dresden (die letzten davon unfreiwillig) und gehört mit seiner gnadenreich späten Geburt Ende der 60er schon wieder zu den Methusalemen, die eben vom deutschen Paperback erfunden worden sind. Im Moment findet er gerade eine unglaubliche Freude daran, hier einmal in der dritten Person über sich sprechen zu dürfen und packt deshalb auch die schonungslose Wahrheit über sich aus: Ja, er hat Jura studiert und nach dem Examen noch einen Titel erworben, der hierzulande so unbekannt ist wie Jürgen Drews in São Paulo: er ist Master der Europäischen Rechte, zu gut lateino-english: LL.M. Da man diesen Titel nicht in traditioneller Weise verwenden kann (»Grüß Gott, Herr LL.M.«) überlegt er gerade, ob er Energie für eine nichtjuristische Promotion aufwenden soll.
Was es Gutes über ihn zu sagen gibt? Er wundert sich gern. Zum Beispiel wenn im Jahre 2004 noch jemand fragt: »Ist der Aufbau Ost fehlgeschlagen?« Außerdem hat er eine seltene Gabe: Jeder Mensch darf um jede beliebige Uhrzeit bei ihm klingeln und Einlass in seine Wohnung begehren (ausgenommen Staatsanwälte mit richterlichen Verfügungen), denn er freut sich tierisch über jeden, der ihn mag. Oder wenigstens so tut. Oder wenigstens den Anschein macht, dass er so tut...