Christoph Wesemann

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Galt nach seinem heldenhaften, 18 Monate dauernden Überlebenskampf in der Ukraine – Korruption, Wodka, Kind Nummer 2 – für eine Weile (2009-2012) als verschollen. Hielt sich aber an einem Ort versteckt, wo ein Narr nicht weiter auffällt: im Bundestag. Schrieb Reden und gab Ratschläge, und zwar mit einer Treffsicherheit, wie sie sonst nur noch der Wetterfrosch hinkriegt. Fiel trotzdem auf: der ohne Parteibuch und ohne Krawatte.

Tauchte zwischendurch noch einmal in der Ukraine auf, um aus seinem alten Revier am Schwarzen Meer (Odessa) zwei hoch verschlüsselte Botschaften zu verschicken, getarnt als Kolumnen. Dann Kind Nummer 3 und Ende der närrischen Zeit. Brabbelt noch manchmal im Schlaf: »... trete ich hiermit mit sofortiger Wirkung von allen … auch aus Rücksicht auf meine Familie … übernehme die politische Verantwortung … persönlich habe ich mir nichts …«

Lebt seit dem 4. Juli 2012 in Buenos Aires, der eindeutig großartigsten Stadt auf Erden. »Dios está en todas partes, pero atiende en Buenos Aires«, sagen Argentinier in ihrer sympathischen Bescheidenheit. »Gott ist überall – aber seine Sprechzeiten hat er in Buenos Aires.«

Hat sich fest vorgenommen, nicht zu schlecht über Argentinien zu schreiben, weil der Argentinier zwar pausenlos auf sein Land schimpft, aber so etwas ungern von Ausländern hört.

Jetzt Überlebenskampf Teil 2: Korruption, aber ohne Wodka – in Argentinien trinkt man Fernet (mit Cola). Voraussichtlich kein Kind Nummer 4.

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