22.05.
Kolumne von Magdi Aboul-Kheir
»Da musst du dich nicht wundern«, sagt meine Frau, als sie mich in der nächtlichen Küche mit einem Stück Brot und vor allem einem Stück Salami erwischt. Sie meint das in Bezug auf meine Silhouette. Nun tu ich ja vieles, was meine Körperform betrifft, zum Beispiel mich ärgern, aber wundern gehört nicht dazu. [Kolumne lesen]
21.03.
Kolumne von Magdi Aboul-Kheir
Mein Vater ist 80 Jahre alt und schätzt keine Veränderungen. Diesem Satz wohnt keine Kausalität inne. Denn mein Vater mochte schon mit 60 keine Veränderungen, mit 40 ebenso wenig und gewiss auch mit 20 nicht, obschon ich ihn da noch nicht kannte. Was einmal galt, kann heute nicht falsch sein – davon geht er prinzipiell aus. Prinzipiell bedeutet unabänderlich. [Kolumne lesen]
14.2.
Kolumne von Nicole Franz
Ich habe einen Rollator gekauft. Vor einem Monat. Ein Internetshop hatte ihn im Angebot, und es war ein »Testsieger«. Da dachte ich, warum warten, bis ich gehbehindert bin. Ich könnte mich ja jetzt schon einmal daran gewöhnen. Dann ist es später nicht so ein Problem. Dann gehe ich damit um wie mit meiner Zahnbürste, ganz selbstverständlich und ohne groß darüber nachzudenken, wie man sie benutzt. Je älter man wird, desto schwerer tut man sich schließlich mit Veränderungen. Jetzt bin ich 46 und noch ganz offen. [Kolumne lesen]
2.2.
Kolumne von Gilbert Dietrich
Und plötzlich ist die zweite Hälfte des Lebens da. Gerade warst du noch im Mokum Tischfußball spielen, zu viel Bier trinken, irgendwelche Sachen rauchen, Mädels anquatschen oder wenigstens anglotzen, im Idealfall mit nach Hause nehmen. Mit aller Anstrengung dieses Unernste des Lebens, das die Jugend ausmacht, festhaltend, das Ende des Spiels hinauszögernd. So wie man das eben heute als fast vierzig Jähriger macht, um bloß nicht erwachsen zu werden. Viele von uns führen ein regelrechtes Doppelleben mit einem verantwortungsvollen Job und einem verantwortungslosen Privatleben. Living the dream, ewige zweite Jugend, am besten mit dem Geld, dass man wähend der zu kurzen ersten Jugend nicht hatte. [Kolumne lesen]
29.1.
Kolumne von Christoph Wesemann
Pablo glaubt, ich hätte den Gott des Asados verhöhnt. Bis gestern hatte ich nicht gewusst, dass über das Grillen in Argentinien höhere Mächte wachen, und ich weiß noch immer nicht, ob das nun eine bedeutende Glaubensrichtung hier zu Lande ist oder doch nur eine Ein-Personen-Religion, gewissermaßen die kleinste Kirche der Welt von Pastor Pablo. [Kolumne lesen]
18.1.
Kolumne von Christoph Wesemann
Pablo ist mein Wirklichkeitserklärer. Wenn ich etwas über Argentinien oder Buenos Aires wissen will, gehe ich nicht mehr zu Google, sondern zu Pablo. Die Trefferquote ist in Ordnung. Manchmal fühle ich mich sogar wie ein Argentinier. Das politische Geschehen zum Beispiel kann mir Pablo exakt so erklären, dass ich es nicht verstehe. Klar, er hat auch Wissenslücken. Ich habe ihn mal nach Bettina Wulffs Vergangenheit gefragt, das war eher nicht so ergiebig. Und ja, manche Antwort scheint mir ein bisschen kurz geraten. Andererseits, Freunde, ich schreibe Kolumnen, in meinem Scherzzeugkasten ist kein Platz für Komplexität. [Kolumne lesen]